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Aktuelles

Aufruf der Initiative Innovative Arzneimittel (IMI) zum Coronavirus über 45 Millionen Euro ist geöffnet

Am 3. März wurde eine spezielle beschleunigte Aufforderung zur Einreichung von Forschungsvorschlägen im Rahmen der Initiative Innovative Arzneimittel (IMI) angekündigt, einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der EU und der pharmazeutischen Industrie über ihren Verband EFPIA. Die Europäische Kommission finanziert die IMI ebenfalls über Horizont 2020 und wird bis zu 45 Millionen Euro zu dieser Aufforderung beitragen. Die pharmazeutische Industrie dürfte sich in vergleichbarem Umfang engagieren, so dass sich die Gesamtinvestitionen auf bis zu 90 Millionen Euro belaufen könnten. Auch im Rahmen der IMI-Aufforderung werden Vorschläge für Projekte zur Entwicklung von Behandlungs- und Diagnoseverfahren zur besseren Bekämpfung der Coronavirusepidemie und zur besseren Vorbereitung auf mögliche künftige Ausbrüche erbeten.

Weitere Informationen zu dieser Ausschreiben finden Sie hier.

Sind britische Einrichtungen weiterhin förderfähig?

Einrichtungen aus dem Vereinigten Königreich bleiben durch die Ratifizierung des Austrittabkommens bis zum Ende von Horizont 2020 und bis zum Ende der Laufzeit der individuellen Projekte teilnahme- und förderfähig. Das gilt sowohl für die Verbund- als auch für die Einzelfördermaßnahmen. Über den Status des Vereinigten Königreichs im kommenden Rahmenprogramm Horizont Europa wird derzeit verhandelt.
Eine Übersicht über aktuelle Entwicklungen, weiterführende Links und den Stand der Verhandlungen zu Horizont Europa finden Sie auf der Seite des deutschen Portals zu Horizont 2020.

(Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR))

Sebastian Gemkow wirbt für den Freistaat als neue wissenschaftliche Heimat

Anlässlich des Ausscheidens des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union erklärt Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: »Ich bedaure, dass das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlässt. Das europäische Projekt wird ärmer sein durch diesen oft nicht einfachen, aber doch immer wichtigen Partner in Europa.«
Auch für Sachsen habe dieser Austritt Konsequenzen, sagte der Minister. Es gebe in den Bereichen Hochschule, Forschung und Kultur vielfältige Kooperationen zwischen Sachsen und dem Königreich, die durch den Austritt nicht unbedingt erleichtert würden. Langfristig ist der Minister jedoch zuversichtlich: »Es gibt eine lange Tradition der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Großbritannien. Ich hoffe und gehe davon aus, dass es auch in Zukunft Möglichkeiten und Gelegenheiten für eine enge Kooperation geben wird.«

Er hob besonders die zahlreichen bisherigen Erasmus-Kooperationen mit Großbritannien und im Bereich der Forschung das Projekt Transcampus zwischen der Technischen Universität Dresden und dem King’s College London hervor. Dies gelte auch für den Kulturbereich, in dem es eine ganze Reihe bilateraler Kontakte gebe.
In Bezug auf die EU-Programme ab 2021, die zurzeit beraten werden, sprach sich der Minister für eine Beteiligung des Vereinigten Königreiches an den Programmen »Erasmus« zur Bildungsmobilität und »Kreatives Europa« für Kultur und Medien aus. Dies gelte grundsätzlich auch für das künftige Rahmenprogramm für Forschung und Innovation »Horizont Europa« soweit es die Teile des Programms betreffe, bei denen Partner aus Großbritannien und der EU zusammenarbeiten. Die Beteiligung an Programmteilen, in denen es um die individuelle Förderung insbesondere einzelner Unternehmen aber auch einzelner Forschender geht, lehnt der Minister jedoch ab.

Im Hinblick auf derzeit noch unklare Perspektiven für Forschende an britischen Einrichtungen stellte Minister Gemkow weiterhin auch klar: »Jeder, der auf Grund des Brexit seine Forschungstätigkeit im Vereinigten Königreich nicht weiter fortsetzen kann oder gar gezwungen ist, das Land zu verlassen, ist herzlich eingeladen, in Sachsen eine neue wissenschaftliche Heimat zu finden.« Er verwies dabei auf die breite, ausdifferenzierte und in den vergangenen Jahren immer internationaler gewordene Forschungs- und Innovationslandschaft und die daraus resultierenden guten Bedingungen für Wissenschaft und Forschung in Sachsen.

Hintergrund:
Sachsen und das Vereinigte Königreich unterhalten vielfältige Beziehungen in den Bereichen Hochschule, Forschung und Kultur.
So absolvierten im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ in den vergangenen Jahren meist mehr als 250 Personen aus Sachsen Studienaufenthalte im Vereinigten Königreich; umgekehrt studierten jeweils ca. 100 Briten an Hochschulen in Sachen.
Im Bereich der Forschung gibt es im Rahmen des EU-Programms für Forschung und Innovation »Horizont 2020« insgesamt 266 geförderte Projekte, in denen britische und sächsische Forschende zusammenarbeiten. Diese werden zunächst weitergeführt. In Zukunft werden solche Projekte jedoch nur möglich sein, wenn das Vereinigte Königreich an das ab 2021 geltende EU-Programm »Horizont Europa« »assoziiert« wird.
Daneben gibt es eine Reihe bilateraler Projekte und Formen der Zusammenarbeit. Herauszuheben ist dabei der Transcampus, eine in Europa nahezu einzigartige institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen der TU Dresden und dem King’s College London.
Auch im Bereich Kultur gibt es eine lange Tradition der Kooperation, zuletzt zum Beispiel zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem British Museum beim Festival »Europe and the world – a symphony of cultures« im April 2018.

(Quelle: Sächsische Staatskanzlei)

Europaflagge

Das Kollegium der insgesamt 27 designierten EU-Kommissarinnen und Kommissare unter der Leitung von Ursula von der Leyen wurde letzte Woche vom Europäischen Parlament offiziell bestätigt und nimmt seine Arbeit am 1. Dezember auf. Mariya Gabriel, die bislang Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft war, ist nun Kommissarin für den Bereich "Forschung, Innovation, Bildung, Kultur und Jugend".

Weitere Informationen zu den Kommissionsmitgliedern

 

Aufbau Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa © European Commission

Die Europäische Kommission hat am 7. Juni 2018  mit "Horizont Europa" das bislang ehrgeizigste EU-Forschungs- und Innovationsprogramm vorgeschlagen. Für Forschung und Innovation sollen im nächsten langfristigen EU-Haushalt (2021-2027) 100 Mrd. Euro eingesetzt werden. Das neue Programm  baut auf den Erfolgen des laufenden Forschungsprogramms "Horizont 2020" auf und soll dazu beitragen, dass die EU bei Forschung und Innovation Weltspitze bleibt.

Während der Aufbau wissenschaftlicher Exzellenz durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) und die Stipendien und Austauschprogramme im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen weiter vorangetrieben wird, werden mit "Horizont Europa" folgende wichtige Neuerungen eingeführt:

  • Ein Europäischer Innovationsrat (EIC) wird die EU dabei unterstützen, eine Vorreiterrolle bei marktschaffenden Innovation zu übernehmen: der Vorschlag der Kommission sieht die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle vor, um vielversprechende und bahnbrechende Technologien mit großem Potenzial vom Labor bis zur Marktreife zu führen und die innovativsten Start-ups und Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Ideen zu unterstützen. Der neue EIC wird dazu beitragen, schnell veränderliche, hoch riskante Innovationen, die über ein großes Potenzial zur Schaffung neuer Märkte verfügen, zu ermitteln und zu finanzieren. Über zwei Hauptfinanzierungsinstrumente, das eine für die Frühphase und das andere für die Entwicklung und Markteinführung, wird der EIC Innovatoren direkt unterstützen. Er wird die Arbeit des Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT) ergänzen.
  • Neue EU-weite Forschungs- und Innovationsaufträge, die sich auf gesellschaftliche Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren: im Rahmen von Horizont Europa wird die Kommission neue Aufträge mit anspruchsvollen, ehrgeizigen Zielen und einem hohen europäischen Mehrwert ins Leben rufen, mit denen Probleme angegangen werden können, die unser tägliches Leben betreffen. Beispiele dafür könnten von der Bekämpfung von Krebs über den sauberen Verkehr bis zu plastikfreien Meeren reichen. Diese Aufträge werden gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Interessenträgern, dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten konzipiert.
  • Optimale Nutzung des Innovationspotenzials in der gesamten EU: Für die Mitgliedstaaten, die bei ihren Bemühungen zur bestmöglichen Nutzung ihres nationalen Forschungs- und Innovationspotenzials zurückliegen, wird die Unterstützung verdoppelt. Darüber hinaus werden neue Synergien mit den Strukturfonds und dem Kohäsionsfonds die Koordinierung und Kombination von Finanzierungen erleichtern und die Regionen dabei unterstützen, Innovationen zu fördern.
  • Mehr Offenheit: Der Grundsatz einer „offenen Wissenschaft“ stellt den Modus Operandi von Horizont Europa dar und soll einen offenen Zugang zu Veröffentlichungen und Daten gewährleisten. Dies wird die Markteinführung unterstützen und das Innovationspotenzial der durch die EU-Förderung erzielten Ergebnisse erhöhen.
  • Eine neue Generation europäischer Partnerschaften und verstärkte Zusammenarbeit mit anderen EU-Programmen: Mit Horizont Europa wird die Anzahl der Partnerschaften, die die EU mit Partnern wie der Industrie, der Zivilgesellschaft und Stiftungen gemeinsam organisiert oder finanziert, verringert, um ihre Effizienz und Wirkung bei der Verwirklichung der politischen Prioritäten Europas zu verbessern.Horizont Europa wird wirksame und operative Verknüpfungen mit anderen künftigen EU-Programmen, wie Programmen im Bereich der Kohäsionspolitik, dem Europäischen Verteidigungsfonds, dem Programm „Digitales Europa“ und der Fazilität „Connecting Europe“ sowie mit dem internationalen Fusionsenergieprojekt ITER (link is external) fördern.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC), der wissenschaftliche Dienst der Kommission, wird der Kommission weiterhin mit wissenschaftlicher Beratung, technischer Unterstützung und gezielten Forschungsarbeiten zur Seite stehen. 

Die für den Zeitraum 2021–2027 vorgeschlagene Mittelausstattung in Höhe von 100 Mrd. Euro umfasst 97,6 Mrd. Euro für Horizont Europa (davon 3,5 Mrd. Euro für den Fonds „InvestEU“) und 2,4 Mrd. Euro für das Euratom-Programm für Forschung und Ausbildung. Das Euratom-Programm, aus dem Forschungs- und Ausbildungsmaßnahmen in den Bereichen nukleare Sicherheit, Gefahrenabwehr und Strahlenschutz finanziert werden, wird sich stärker auf Anwendungen außerhalb der Stromerzeugung, z. B. auf Anwendungen im Gesundheitswesen und medizinische Ausrüstung konzentrieren und auch die Mobilität von Kernforschern im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen fördern.

(Quelle: Pressemitteilung der Europäischen Kommission)

Mehr Informationen zu Horizont Europa finden Sie hier

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